Verein für Heimatpflege Tonnenheide e.V.
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Der "Grosse Stein"

Der grosse Stein Der "Grosse Stein von Tonnenheide" ist 10 Meter lang, 7 Meter breit und 3 Meter hoch. Sein Gewicht beträgt etwa 350 Tonnen. Er ist der größte zur Zeit bekannte Findling in Norddeutschland. Alter, Herkunft und Art dieses Zeugen der Eiszeit sind von dem Geologen Dr. Alfred Hendricks, Münster, begutachtet worden. Eine auszugsweise Beschreibung aus dem Gutachten und ergänzende Ausführungen des Vereins finden sich im Folgenden wieder.

Zur Eiszeit (Pleistozän) entwickelten sich aufgrund von Klimaverschlechterungen in zahlreichen Gebieten der Erde mächtige und umfangreiche Vergletscherungen.
Eines der eiszeitlichen Vergletscherungszentren lag in Skandinavien. Die sich dort bildenden Gletscher schlossen sich zu einem Eisschild zusammen, der eine Mächtigkeit bis zu 3500 Metern erreichte.

Freilegung des Steins Die in Skandinavien und anderen Gebieten fallenden Niederschläge häuften sich zu immer mächtigeren Massen von Inlandeis und Gletschern, die schließlich weit über ihre Grenzen hinausquollen. Dabei hobelte das Eis hindernisbildende Gesteinsbrocken beliebiger Grösse vom Untergrund ab, nahm sie auf und trug sie als Gesteinsschutt mit sich fort. Beim Abtauen der Gletschermassen blieben die vom Eis mitgeführten Steine nach ihrem mehr oder minder weiten Transportweg liegen. Diese vom Eis transportierten und abgelagerten Steine, werden, wenn sie einen Mindestdurchmesser von 40 cm aufweisen, Findlinge oder Geschiebe genannt. Zur Saaleeiszeit (vor 230.000 - 140.000 Jahren) tauten im jetzigen Westfalen die Gletschermassen ab und hinterließen ds von ihnen mitgeführte Steinmaterial, darunter auch den riesigen Findling in Tonnenheide. Man darf also davon ausgehen, daß dieser Stein seit rund 200.000 Jahren an seinem jetzigen Fundort liegt.

Der Stein nach der Zuschüttung Die heute noch vorhandenen Findlinge stellen eine durch Verwitterung, wirtschaftliche Nutzung und Zerstörung bedingte Auslese dar. Das Gestein wurden vielfach für Bauzwecke, Pflastersteine und Schotter verwendet.

Bei dem Findling in Tonnenheide wurden in früherer Zeit mindestens 20 m³ abgesprengt. Bohrlöcher für die Sprengladungen sind noch deutlich an der Südseite zu erkennen.

Das Steinmaterial unseres Findlings ist etwa eine Milliarde Jahre alt. Es besteht aus Biotitgranit. Der Block stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus der südschwedischen Provinz Blekinge, einem Gebiet, das rund 750 km vom jetzigen Lager entfernt liegt. Um die Jahrhundertwende untersuchte der Geologe Professor Dr. Wegener den Findling und stellte Maße von 7 Meter Länge und 5 Meter Breite fest.

Im Jahre 1915 wurde der Stein auf Betreiben des Tonnenheider Hauptlehrers Sturhan freigelegt und vermessen. Dabei wurden seine wirklichen Maße festgestellt: 10 Meter Länge, 7 Meter Breite und 3 Meter Höhe. Nach der Freilegung erschien auf Veranlassung der damaligen Regierung in Minden der Geologe Dr. Klohse aus Halle a.d. Saale. Dieser bezeichnete den Stein als den größten Findling westlich der Oder. Versuche, den Stein von Tonnenheide zu heben scheiterten jedoch. Er wurde wieder mit Boden bedeckt. Es blieb nur eine kleine Kuppe, wie auf dem Bild zu sehen, sichtbar. Umsetzung des Speichers 1972 beschloß die Gemeindevertretung der damals noch selbstständigen Gemeinde Tonnenheide, den Findling heben zu lassen. Eine englische Pioniereinheit aus Minden untersuchte die Möglichkeiten. Sie sah sich aber nicht in der Lage, die notwendigen Geräte zu beschaffen. Auch das Bundesbahn-Zentralamt Minden mit seinem Lehrhilfszug sah sich nicht in der Lage, den Stein zu heben.

Mit der Gründung des Vereins für Heimatpflege in Tonnenheide im Jahre 1979 wurde die Idee erneut aufgegriffen. Das von einem Heimatfreund eingeholte Angebot der Firma Kronschnabel, Bremerhaven, einer Spezialfirma für Kranarbeiten, Schwertranspore und Bergungen, eröffnete die Möglichkeit, den Stein zu heben und mittels Luftkissen an einen neuen Standort zu transportieren.

Die technischen Schwierigkeiten der Bergung ergaben sich vor allem aus der Enge des Lagerplatzes. Der Stein war an drei Seiten von Gebäuden umgeben. Seine Bergung war überhaupt nur denkbar, wenn eines dieser Gebäude, ein rund 300 Jahre alter Fachwerkspeicher, entfernt wurde. Die Finanzierung des Vorhabens wurden mit Hilfe des Landes Nordrhein-Westfalen, des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, des Kreises Minden-Lübbecke, der Stadt Rahden und einer Spende der Stadtsparkasse Rahden sichergestellt.

Umsetzung des Steins Im August 1981 war es dann soweit. Am 28. August wurde der Fachwerkspeicher von einem Raupenkran "an den Haken genommen" und in einem Stück an seinem neuen Standort, vom alten etwa 80 Meter entfernt, versetzt.

Noch am gleichen Tag begannen die Vorbereitungen zur Hebung des Findlings. Der ursprüngliche Plan, den Stein auf Luftkissen an seinen neuen Bestimmungsort zu rollen, scheiterten an seiner scharfkantig ausgebildeten Unterseite.

Am 30. August konnte der Stein mit Hilfe eines auf Ketten fahrenden Kranes und eines Autokranes gehoben und an seinem neuen Platz transportiert werden. Der Transportweg betrug 70 Meter.
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