Verein für Heimatpflege Tonnenheide e.V.
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Das "Weiße Moor"

Ein Kleinod und ein interesantes Fleckchen Erde in unserer sonst weitgehend von der Agrarstruktur geprägten Landschaft ist das "Weiße Moor". Bis Anfang der fünfziger Jahre hatte das Moor noch wesentlich größere Ausdehnung. Die Grundstückseigentümer stachen hier entweder weissen Torf oder baggerten schwarzen Torf. Die oberste Schicht bestand teilweise noch aus brennbaren sogenannten Schollen. In den fünfziger Jahren begannen insbesondere entlang der "Braunen Aue" die Kultivierungsarbeiten. Dadurch, dass keine Torfwirtschaft mehr stattfand, verbirkte im Laufe der Jahre das "Weiße Moor".

Das Moor Bereits Anfang der fünfziger Jahre gab es erste Bemühungen, das Kerngebiet des "Weißen Moores" unter Naturschutz zu stellen. An dem Widerstand einiger Grundstückseigentümer und auch aus finanziellen Gründen haben aber die Bemühungen zu keinem Erfolg geführt.

Im Laufe des eingeleiteten Flurbereinigungsverfahrens wurde die Idee 1977, basierend auf dem Beschluss der Gemeindevertretung Tonnenheide vom 20.12.1967, wieder aufgegriffen. Dies führte dazu, dass das "Weiße Moor" vom 24.08.1985 mit einer Fläche von 46,12 ha, wobei das Kerngebiet ca. 25 ha groß ist, unter Naturschutz gestellt wurde.

Am Beginn des Wanderweges (Ecke Hindenburgdamm) wurde ein Aussichtsturm errichtet. Naturliebhaber haben hier die Möglichkeit, einen weiten Blick über das Naturschutzgebiet zu werfen. Der Wanderweg führt rund um das Moor und zum grossen Stein.

Zur Entstehung des Moores

Stichwand aus dem Moor Aufgestautes Grundwasser bewirkte eine weitflächige Vernässung der sandigen bis tonig-mergeligen Böden, wodurch eine Vermoorung vieler Senken eingeleitet wurde. Es kam zunächst zur Bildung flacher Sumpfmoore.

Nach den Analysen von Torfen, die ergraben bzw. durch Bohrungen gewonnen wurden, entstanden Schilf- und Seggenmoore oder bei weniger starker Vernässung Erlen-, Birken- oder Kieferbruchwälder. Darauf deutet die unterschiedliche Zusammensetzung der Basistorfe des "Weißen Moores" hin.

Dass Bruchwälder in der Anfangsphase eine bedeutene Rolle gespielt haben, wird durch die zahlreichen Holz- und Stubbenreste deutlich (siehe Abb., Pfeil). Auch die nachfolgende Entwicklung verlief bei den einzelnen Profilstellen nicht einheitlich. Nicht durchgehend, aber häufig, wurden Lagen Scheuchzeria-Torf registriert, der oft über Bruchwaldtorf zu finden ist. Die Vernässungsphase mit Scheuchzeria leitete zur eigentlichen Hochmoorbildung über, die zur Ansiedlung vor allem von Torfmoosen und zur Ablagerung der Hochmoortorfe führte.

Wann entstand das "Weiße Moor"

Das "weiße Moor" ist wie alle noch erhaltenen Moore ein wertvolles Archiv. In die einzelnen Moorschichten wurden während des Wachstums des Moores Fossilien eingeschlossen, die kaum oder gar nicht verwittert sind. Dies können z.B. Holz- oder Blattreste sein. Als besonders wertvolle pflanzliche Fossilien haben sich Pollenkörner erwiesen. Damit stehen "Buchstaben" zur Verfügung, die für die Rekonstruktion der Vegetationsgeschichte außerordentlich gut geeignet sind.

Das Moor In einem lebenden Moor wächst jährlich eine Torfschicht hinzu. In dieser Schicht wird währens des Wachstums auch der Pollenniederschlag des Jahres eingeschlossen. Die Zusammensetzung des Pollenniederschlags in einer bestimmten Torfschicht gibt ein Bild von der Vegetation der Umgebung des Moores. Die Entschlüsselung des in der Torfprobe enthaltenen Pollenniederschlags erfolgt mittels der Pollenanalyse. Mit Hilfe dieser Methode wurden die Torfablagerungen des "Weißen Moores" untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass mit dem Profil nur der jüngste Teil der nacheiszeitlichen Vegetationsgeschichte, die Nachwärmezeit erfasst werden konnte. Aufgrund dessen gelang man zu der Erkenntnis, dass das Wachstum des "Weißen Moores" etwa um 700 - 600 v Chr. begonnen hat, somit am Beginn der Eisenzeit.

Aus dem Vorkommen bestimmter Pollenarten kann auf Siedlungstätigkeiten des Menschen geschlossen werden. Siedlungsanzeigende Pollen sind in den Ergebnissen der Pollenanalyse mit schwankenden Anteilen vertreten und weisen damit auf eine wechselvolle Siedlungsgeschichte hin. Ausgeprägte Siedlungsperioden sind die gesamte Eisenzeit und die frühe römische Kaiserzeit, sowie das Mittelalter. Beide sind durch eine deutliche Siedlungsdepression unterbrochen.

Demnach hat der Mensch am Ende der Bronzezeit und zu Beginn der älteren Eisenzeit im Umfeld des "Weißen Moores" gesiedelt. Eine Ackerbautätigkeit hat zu jener Zeit nur in sehr begrenztem Umfang stattgefunden. Die nassen und armen Böden der Gegend dürften bevorzugt als Weideland genutzt worden sein.

Leider liegen noch ältere Moorablagerrungen nicht vor, die eine Erfassung noch älterer Siedlungsphasen erlaubt hätte. Dies wäre im Zusammenhang mit dem südwestlich vom heutigen Naturschutzgebiet gelegenen Großsteingrab reizvoll und aufschlussreich gewesen.
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